Baumaterialpreise im Mai 2026: Welche Baustoffe besonders teurer wurden
Die Preise für viele Baumaterialien sind im Mai 2026 deutlich gestiegen. Das meldet das Statistische Bundesamt Destatis in einer Pressemitteilung vom 24. Juni 2026. Besonders betroffen waren Materialien auf Erdölbasis, energieintensiv hergestellte Baustoffe, Holzprodukte, Metalle und verschiedene mineralische Baustoffe.
Für die Bauwirtschaft ist das relevant, weil sich Preisänderungen bei einzelnen Materialgruppen direkt auf Kalkulation, Ausschreibung und Projektbewertung auswirken können. Die Zahlen zeigen außerdem: Die Entwicklung betrifft nicht nur einzelne Spezialprodukte, sondern mehrere zentrale Baustoffgruppen gleichzeitig.
Besonders starke Preissteigerung bei Bitumen und Flachglas
Am deutlichsten fiel der Anstieg bei Bitumen aus. Nach Angaben von Destatis war Bitumen im Mai 2026 31,2 Prozent teurer als im Mai 2025. Bitumen wird unter anderem im Straßenbau sowie zur Abdichtung von Dächern, Gebäuden und Fundamenten verwendet.
Auch Flachglas verteuerte sich deutlich. Der Preis lag im Mai 2026 15,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Flachglas wird typischerweise für Fenster, Glastüren und Glaswände eingesetzt.
Damit betreffen die stärksten Preissteigerungen zwei Materialgruppen, die in unterschiedlichen Bereichen des Bauens eine Rolle spielen: Bitumen vor allem bei Abdichtung und Infrastruktur, Flachglas besonders bei Gebäudehülle und Ausbau.
Holzprodukte wieder teurer
Auch bei Holzprodukten meldet Destatis deutliche Preissteigerungen gegenüber Mai 2025:
- Dachlatten: +11,8 Prozent
- Bauschnittholz: +11,4 Prozent
- Konstruktionsvollholz: +7,5 Prozent
Das ist deshalb bemerkenswert, weil Holzpreise in den vergangenen Jahren teils stark geschwankt haben. Für den Holzbau, Dachkonstruktionen, Fertighausbau und Ausbaugewerke bleiben solche Bewegungen besonders relevant.
Destatis weist zugleich darauf hin, dass Holz im Jahresdurchschnitt 2025 im Vergleich zu 2021 teils günstiger war. Kurzfristig zeigt der Mai 2026 aber wieder deutliche Anstiege gegenüber dem Vorjahresmonat.
Metalle: insgesamt plus 11,1 Prozent
Metalle verteuerten sich im Mai 2026 insgesamt um 11,1 Prozent gegenüber Mai 2025. Innerhalb dieser Gruppe gab es laut Destatis unterschiedliche Entwicklungen:
- kaltgewalzte Bleche: +9,9 Prozent
- Betonstahl in Stäben: +5,0 Prozent
- Rohre oder Hohlprofile aus Eisen oder Stahl: +1,6 Prozent
- Betonstahlmatten: +1,0 Prozent
- Stabstahl: -0,3 Prozent
- Weißblech: -1,1 Prozent
Die Zahlen zeigen: Nicht alle Metallprodukte entwickeln sich gleich. Für die Projektkalkulation reicht daher ein allgemeiner Blick auf „Metallpreise“ nicht aus. Entscheidend ist, welche Produkte tatsächlich im Projekt benötigt werden.
Kunststoffe und Sanitärausstattung ebenfalls betroffen
Auch Baubedarfsartikel aus Kunststoff wurden teurer. Destatis nennt unter anderem:
- Fenster- und Türverkleidungen: +3,5 Prozent
- Fensterläden und Jalousien: +3,8 Prozent
- Badewannen und Duschen: +3,2 Prozent
Diese Werte liegen deutlich unter den starken Ausschlägen bei Bitumen, Flachglas oder Holz. Sie zeigen aber, dass auch Ausbau- und Ausstattungskomponenten von der Preisentwicklung betroffen sind.
Mineralische Baustoffe: moderate, aber breite Anstiege
Bei mineralischen Baustoffen fielen die Preissteigerungen im Mai 2026 weniger stark aus, betrafen aber mehrere zentrale Produktgruppen:
- Kalk und gebrannter Gips: +4,3 Prozent
- Bausand: +3,1 Prozent
- Frischbeton: +2,5 Prozent
- Wand-, Bodenfliesen und -platten: +1,8 Prozent
- Dachziegel aus keramischen Stoffen: +0,6 Prozent
- Zement: +0,4 Prozent
Gerade bei Rohbau, Ausbau und Sanierung können auch kleinere prozentuale Veränderungen relevant sein, wenn große Mengen verbaut werden.
Vergleich zur allgemeinen Erzeugerpreisentwicklung
Zum Vergleich: Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte insgesamt stiegen im Mai 2026 laut Destatis um 2,2 Prozent gegenüber Mai 2025. Ohne Berücksichtigung der Energiepreise lag der Anstieg bei 2,3 Prozent.
Viele Baumaterialien lagen damit deutlich über der allgemeinen Erzeugerpreisentwicklung. Besonders Bitumen, Flachglas, Holzprodukte und Metalle stechen heraus.
Langfristiger Vergleich: Viele Baustoffe bleiben deutlich teurer als 2021
Destatis ordnet die Entwicklung auch mittelfristig ein. Im Jahresdurchschnitt 2025 lagen die Preise vieler Baumaterialien weiterhin deutlich über dem Niveau von 2021, also vor der Energiekrise.
Besonders starke Anstiege gegenüber 2021 gab es bei mineralischen Baustoffen:
- Kalk und gebrannter Gips: +77,3 Prozent
- Zement: +57,7 Prozent
- Bausand: +42,6 Prozent
- Frischbeton: +35,3 Prozent
Auch keramische Baustoffe waren 2025 deutlich teurer als 2021:
- Dachziegel: +42,4 Prozent
- Wand-, Bodenfliesen und -platten: +27,0 Prozent
Diese Langfristwerte sind wichtig, weil sie zeigen: Selbst wenn sich einzelne Materialien zwischenzeitlich beruhigen, liegt das Preisniveau vieler Baustoffe weiterhin deutlich über dem Stand vor 2022.
Branchenmedien greifen die Entwicklung auf
Auch Branchenmedien haben die Destatis-Zahlen aufgegriffen. Baulinks fasst die Preisentwicklung unter anderem für Holz, Metalle, Kunststoffe und mineralische Baustoffe zusammen. Die Einordnung deckt sich inhaltlich mit den Destatis-Daten und macht deutlich, dass die Entwicklung nicht nur statistisch, sondern auch für die Baupraxis relevant ist.
Fazit
Die Zahlen für Mai 2026 zeigen deutliche Preissteigerungen bei mehreren wichtigen Baumaterialien. Besonders stark betroffen sind Bitumen, Flachglas, Holzprodukte und Metalle. Bei mineralischen Baustoffen sind die Anstiege moderater, betreffen aber mehrere zentrale Produktgruppen.
Für Bauunternehmen, Fertighaushersteller, Planungsbüros und Projektentwickler bleibt damit entscheidend, Materialgruppen nicht pauschal zu betrachten. Relevant ist, welche Baustoffe in einem Projekt mengenmäßig und kostenmäßig besonders ins Gewicht fallen.
Die Entwicklung zeigt außerdem: Die Baukostenfrage ist nicht abstrakt. Sie hängt an konkreten Materialien, Mengen und Bauteilen.
Mehr Branchennews auf LinkedIn
Folgen Sie Vi BIM solutions auf LinkedIn und bleiben Sie über aktuelle Entwicklungen rund um BIM, Digitalisierung und die Bauwirtschaft informiert.
Vi BIM solutions auf LinkedIn folgen